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Kosten-Nutzen-Analyse BGM: Was es kostet und was es wirklich bringt

Category: Für Firmen

Schreibtisch mit Taschenrechner, Kulis und Hefte

Publication: 2026-07-10

Betriebliches Gesundheitsmanagement gilt in vielen Unternehmen noch als Kostenfaktor. Das liegt nicht daran, dass die Datenlage fehlt, sondern daran, dass der ROI selten konkret ermittelt  wird. Wie viel kostet eine BGM-Maßnahme pro Mitarbeitendem? Was spart sie ein? Und ab wann rechnet sich die Investition?

Dieser Artikel beantwortet genau diese Frage mit echten Zahlen, konkreten Beispielrechnungen und dem steuerlichen Rahmen, der die Kosten von Anfang an reduziert.

Los geht’s!

Kurz gefasst

  • Der iga-Report beziffert den ROI von BGM auf 1:2,7, d.h. für jeden investierten Euro fließen im Schnitt 2,70 € zurück.
  • Der steuerfreie Sachbezug nach §8 Abs. 2 EStG ermöglicht bis zu 50 € pro Monat und Mitarbeitendem ohne Lohnsteuer und Sozialabgaben.
  • BGM rechnet sich nicht automatisch — ohne Kommunikation und Führungsunterstützung verpufft die Wirkung.

Die wichtigsten Kostenblöcke von BGM

Wir bei EGYM blicken auf über 10 Jahre BGM-Expertise mit hunderten Unternehmen aller Größen und können dir mit Sicherheit sagen, dass BGM keinen Festpreis hat. Was ein Unternehmen investiert, hängt von Größe, Ambition und gewählten Maßnahmen ab. 

Dennoch stoßen viele auf die immer gleiche Herausforderung:  Vorgesetzte sehen BGM als einen Sprung ins Ungewisse, obwohl die Kostenblöcke eindeutig sind.

Direkte Kosten

Das, was auf der Rechnung steht:

  • Gesundheitschecks und Vorsorgeuntersuchungen durch betriebsärztliche Dienste oder externe Anbieter
  • Workshops und Schulungen zu Stressbewältigung, Ergonomie oder Ernährung, intern oder mit externen Trainern
  • Firmenfitness-Mitgliedschaften und Sportkurse
  • Ergonomische Arbeitsplatzausstattung und gesundheitsfördernde Materialien
  • Externe BGM-Beratung und digitale Tools


Indirekte Kosten

Was selten einkalkuliert wird, aber real ist:

  • Arbeitszeit der Mitarbeitenden während der Teilnahme an BGM-Maßnahmen
  • Personalaufwand für Planung, Koordination und Verwaltung: bei Firmenfitness liegt dieser laut eigenen Angaben von Ergotopia oft unter 30 Minuten im Monat
  • Kurzfristiger Produktivitätsverlust während der Einführungsphase

 

Einmalige vs. laufende Kosten

Die Einführung kostet einmalig Zeit und Aufmerksamkeit. Die laufenden Kosten sind deutlich niedriger, und genau hier greift der steuerliche Hebel, den wir im nächsten Abschnitt aufzeigen.

 

Was BGM steuerlich zurückbringt

Unten findest du alle steuerlichen Hebel, die du aktivieren kannst, um den ROI deiner BGM-Strategie zu steigern.

 

Regelung

Rechtsgrundlage

Betrag

Status

Hinweis

Sachbezug
z.B. Firmenfitness

§8 Abs. 2 EStG

50 € / Monat
pro MA inkl. USt.

steuerfrei

Freigrenze: bei 50,01 € wird Gesamtbetrag steuerpflichtig

Präventionsfreibetrag
zertifizierte Kurse

§3 Nr. 34 EStG

600 € / Jahr
pro MA

steuerfrei

Nur für nach §20 SGB V zertifizierte Maßnahmen

Pauschalbesteuerung
Fallback bei Überschreitung

§37b EStG

30 %
zzgl. KiSt + SolZ

pauschal

AG trägt die Steuer, kein Einfluss auf Netto-Gehalt der MA

Essenszuschuss

R 8.1 Abs. 7 LStR

3,23 € / Arbeitstag
pro MA

sozialabgaben- & steuerfrei

Bezuschussung des Essens pro Mitarbeiter:in

Jobticket

§3 Nr. 15 EStG

Preis des Tickets
pro MA

steuerfrei

Für ÖPNV im Linienverkehr

Rabattfreibetrag

§8 Abs. 3 EStG

1.080 € / Jahr
brutto pro MA

sozialabgaben- & steuerfrei

Rabatt auf eigene Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens

Persönliche Anlässe
Geburtstag, Hochzeit o.ä.

LStR 19.6 Abs. 1

60 €
pro Anlass

steuerfrei

Sachzuwendungen zu persönlichem Anlass

Betriebsveranstaltungen

§19 Abs. 1 EStG

110 € / Jahr
pro Teilnehmer:in

steuerfrei

Für bis zu 2 Veranstaltungen pro Jahr

Quelle: EGYM Wellpass Steuer Factsheet, Stand 06/2026. Diese Übersicht dient allgemeinen Informationszwecken und ersetzt keine individuelle steuerliche Beratung.

Quelle: EGYM Wellpass Steuer Factsheet, Stand 06/2026. Diese Übersicht dient allgemeinen Informationszwecken und ersetzt keine individuelle steuerliche Beratung.

Mehr Details und eine Schritt-für-Schritt-Erklärung zur Umsetzung findest du in unserem Steuer Factsheet.

 

Was BGM bringt

Der ROI von BGM ist messbar. Der iga-Report beziffert ihn auf 1:2,7, d.h. für jeden investierten Euro fließen im Schnitt 2,70 € zurück. Prof. Dr. Volker Nürnberg bringt es im Future Fit Employer Report auf den Punkt: Es gibt im BGM kein Quick and Dirty. Die Wirkung entsteht immer langfristig, aber mit hohem ROI.

Was das konkret bedeutet, zeigen drei Beispiele aus der Praxis.

Personio: 22 % weniger Kranktage, 28.920 € Ersparnis

Seit Einführung von EGYM Wellpass verzeichnet Personio einen Rückgang der Kranktage um 22 % bei den Mitarbeitenden, die das Angebot aktiv nutzen. Das entspricht 630 gesparten Fehltagen und einer rechnerischen Gehaltsersparnis von 28.920 € im Jahr. Die Aktivierungsrate liegt also bei 38 %. Eine vollständige Aufschlüsselung findest du in der Erfolgsstory bei Personio.

Garmin: 30 % Aktivierungsrate seit Januar 2024

Bei Garmin (300+ Mitarbeitende) ist die Aktivierungsrate seit der Einführung konstant bei 30 % geblieben. Mit anderen Worten: Das Angebot wird dauerhaft in den Arbeitsalltag integriert. Director HR Veit Wittmann betont dabei die Passgenauigkeit: Bewegung und Aktivität sind Teil der Markenidentität von Garmin, und Wellpass verlängert diese Haltung in den Alltag der Belegschaft. Die vollständige Story findest du hier.

LHM Services: BGM als gemeinsame Entscheidung von CFO und CHRO

Bei LHM Services wurde BGM nicht als HR-Thema behandelt, sondern als betriebswirtschaftliche Investitionsentscheidung, die auf Führungsebene getragen wird.  Aus diesem Grund haben sich CFO und CHRO gemeinsam für EGYM Wellpass entschieden. Mehr dazu in der Erfolgsstory bei LHM Services.

 

Beispielrechnung: was BGM konkret kostet und spart

 

50 MA

100 MA

200 MA

Jahres-Krankenstandskosten
MA × 18,5 × 217,52 €

201.206 €

402.412 €

804.824 €

Aktive Nutzende (38 %)
MA × 38 %

19 MA

38 MA

76 MA

Gesparte Fehltage
Aktive × 18,5 × 22 %

~77 Tage

~155 Tage

~309 Tage

Lohnfortzahlungsersparnis
Gesparte Tage × 217,52 €

~16.749 €

~33.714 €

~67.254 €

Jahreskosten Firmenfitness
MA × 27,50 € × 12

16.500 €

33.000 €

66.000 €

Netto-Vorteil

+249 €

+714 €

+1.254 €

Wichtiger Hinweis zur Methodik: Diese Rechnung bildet ausschließlich die direkte Lohnfortzahlungsersparnis ab. Nicht einkalkuliert: Produktivitätsgewinne, reduzierte Fluktuation, geringere Recruiting-Kosten und Präsentismus-Effekte. Die 22 % Fehltagsreduktion basiert auf dem Personio Use Case (Tech-Branche, ~740 MA) und ist kein garantierter Branchendurchschnitt. Tatsächliche Ergebnisse variieren je nach Branche, Belegschaftsstruktur und Umsetzung. Für eine individuelle Kosten-Nutzen-Analyse empfehlen wir das Gespräch mit einem BGM-Experten.

Dennoch gibt es gewisse Umstände, in denen sich BGM nicht lohnt.

 

Wann rechnet sich BGM nicht?

Wir haben unser Vertriebsteam gefragt, wann BGM regelmäßig wirkungslos bleibt. Diese zwei Fälle solltest du dir merken:

Wenn das Unternehmen nicht auf Kommunikation setzt. 49 % der Mitarbeitenden wissen laut Future Fit Employer Report nicht, was ihr Arbeitgeber im Bereich Gesundheit überhaupt anbietet. Ein Angebot, das niemand kennt, wird nicht genutzt, erzeugt keinen ROI, egal, wie gut es ist.

Wenn die Führung das Projekt nicht unterstützt. 64 % der Beschäftigten verknüpfen ihre Gesundheit direkt mit dem Verhalten ihrer Führungskraft. BGM, das nur auf HR-Ebene getragen wird, aber in der Führungskultur nicht ankommt, verpufft. Cawa Younosi bringt es auf den Punkt: Eine gesunde Kultur entsteht nicht durch Programme, sondern durch Vorbilder, die Pausen nicht nur genehmigen, sondern selbst machen.

 

Fazit

BGM galt lange als optionales Thema, aber die Zahlen erzählen inzwischen eine andere Geschichte. Ein ROI von 1:2,7 laut iga-Report, 3,5 Fehltage Unterschied zwischen emotional gebundenen und gering gebundenen Mitarbeitenden: Die Wirtschaftlichkeit von Gesundheitsmanagement ist belegbar und kann nicht mehr vernachlässigt werden..

Die Kosten  alleine machen aber nicht denUnterschied. Ob 20 oder 700 Mitarbeitende: Entscheidend ist, ob das Angebot kommuniziert wird, ob die Führung es vorlebt und ob es strategisch verankert ist. Nur wenn diese drei Bedingungen berücksichtigt werden, wird das Bugdet richtig verwendet und nur dann zeigt sich ein positiver Effekt im ROI.

 

 

Infos anfordern

Möchtest du BGM in deinem Unternehmen einsetzen? Wir freuen uns über deine Kontaktaufnahme.

FAQ : Kosten-Nutzen-Analyse BGM

    Das hängt stark vom gewählten Instrument ab. Firmenfitness-Mitgliedschaften starten bei wenigen Euro pro Monat und können über den steuerfreien Sachbezug nach §8 Abs. 2 EStG mit bis zu 50 € pro Mitarbeitendem monatlich steuer- und abgabenfrei bezuschusst werden. Externe BGM-Beratung oder strukturierte Präventionsprogramme können zusätzliche Kosten verursachen.

    Die einfachste Formel: Anzahl Mitarbeitende × durchschnittliche Fehltage × Tageskosten ergibt die jährlichen Krankenstandskosten. Nicht vergessen: Produktivitätsgewinne, geringere Fluktuation und Recruiting-Einsparungen sind in dieser Grundrechnung nicht enthalten, erhöhen den tatsächlichen ROI aber deutlich.

    Firmenfitness-Mitgliedschaften können über den Sachbezug nach §8 Abs. 2 EStG bis zu 50 €/Monat pro Mitarbeitendem steuerfrei gestellt werden. Für zertifizierte Präventionskurse nach §20 SGB V gilt zusätzlich der Präventionsfreibetrag nach §3 Nr. 34 EStG mit bis zu 600 €/Jahr. Beide Regelungen können für unterschiedliche Leistungen kombiniert werden. Für eine individuelle Einschätzung empfiehlt sich die Abstimmung mit einem Steuerberater. Mehr Details im Steuer Factsheet.

    Es gibt keine Mindestgröße. Praxisbeispiele wie SAWOO (20 MA, 40 % Aktivierungsrate) oder PlanQC (70 MA, über 70 % Aktivierungsrate) zeigen, dass BGM auch in Kleinstunternehmen wirkt. Der steuerliche Hebel über den Sachbezug greift ab dem ersten Mitarbeitenden.

    BGF (Betriebliche Gesundheitsförderung) bezeichnet einzelne Maßnahmen wie einen Yogakurs, eine Ernährungsberatung, eine Firmenfitness-Mitgliedschaft. Die Kosten sind direkt und klar abgrenzbar. BGM (Betriebliches Gesundheitsmanagement) ist der übergeordnete strategische Rahmen, der BGF koordiniert und auf Unternehmensziele ausrichtet. 

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