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Leitfaden: Wie du BGM effizient in 6 Schritten einführst

Category: Für Firmen

Zwei Frauen auf einer Yoga-Matte

Publication: 2026-06-03

Was kostet BGM genau? Wie lässt es sich umsetzen? Und wann kann man mit einem ROI rechnen? Solche Fragen sind berechtigt, ihre Antworten aber kein Geheimnis. Mit dem richtigen Leitfaden lässt sich betriebliches Gesundheitsmanagement Schritt für Schritt, realistisch und ohne riesiges Budget einführen.

Kurz gefasst

  • BGM ist das strategische Dach über Arbeitsschutz, BEM und betriebliche Gesundheitsförderung
  • 49 % der Beschäftigten wissen nicht, was ihr Unternehmen im BGM umsetzt
  • BGM in 6 Schritten: Steuerungsgruppe → Ist-Analyse → Ziele → Maßnahmen → Kommunikation → Evaluation
  • Budget ist kein Hinderungsgrund: Krankenkassen fördern BGF-Maßnahmen nach §20 SGB V, Sachbezug 50 €/Monat steuerfrei
  • Auch KMUs und Mittelständler können BGM einführen

Was ist BGM?

BGM kann je nach Sektor, Unternehmensgröße und anderen Faktoren auf verschiedene Weisen eingeführt werden, aber rechtlich gesehen ist die Sache klar: BGM umfasst drei Säulen, von denen zwei gesetzlich vorgeschrieben sind:

Arbeits- und Gesundheitsschutz (AUG) → Pflicht ✅

Typische Maßnahmen:

Gefährdungsbeurteilung, ergonomische Arbeitsplätze, Erste-Hilfe-Kurse, Sicherheitsbeauftragte, Unterweisungen

Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) → Pflicht ✅

Rückkehrgespräche nach langer Krankheit, stufenweise Wiedereingliederung, Arbeitsplatzanpassung, externe Beratung

Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) → ❌ Freiwillig

Firmenfitness, Stressmanagement-Trainings, Ernährungsberatung, Gesundheitstage, Achtsamkeitskurse, Präventionskurse

BGM ist das Dach über allen drei. Und obwohl BGF eigentlich “freiwillig” von Personalleiter.innen eingeführt wird, solltest du ihr dennoch hohe Priorität einräumen, denn durch solche Maßnahmen kannst du Fehlzeiten senken, Effizienz steigern und deine Arbeitgebermarke stärken.

Warum BGM einführen? Der ROI

Laut dem Future Fit Employer Report von EGYM Wellpass gibt jede zweite Person in Deutschland an, dass Gesundheitsprobleme ihre Leistungsfähigkeit im vergangenen Jahr eingeschränkt haben. Gleichzeitig wissen 49 % der Beschäftigten nicht, was ihr Unternehmen konkret im BGM umsetzt. 

 

Prof. Dr. Volker Nürnberg fasst es zusammen: 

„Es gibt im BGM kein 'Quick and Dirty'. Erfolge sind immer langfristiger Art. Deshalb ist BGM kurzfristig eine Investition, langfristig hat es aber einen hohen ROI und zahlt darüber hinaus auf die Arbeitgeberattraktivität ein."

Step by Step Guide

Schritt 1: Steuerungsgruppe gründen

Die Steuerungsgruppe ist das A und O der BGM-Einführung. Wer gehört rein? Naja, je nach Unternehmensgröße variiert die Zusammensetzung:

Unter 50 MA -> Geschäftsführung, HR, Betriebsarzt
50 bis 250 MA -> Betriebsrat, Arbeitssicherheit
Über 250 MA -> Abteilungsleiter, ggf. externe BGM-Beratung, Krankenkassen

Aufgaben der Steuerungsgruppe:

- BGM-Ziele definieren und priorisieren
- Analyseinstrumente festlegen
- Maßnahmen koordinieren und freigeben
- Fortschritt regelmäßig überprüfen
- Ergebnisse intern kommunizieren

Ein Beispiel, wie das in der Praxis aussieht: Bei der LHM Services GmbH war die Entscheidung zur Einführung von EGYM Wellpass eine gemeinsame Initiative von CFO und CHRO. Die Gesundheitsförderung wurde damit von Anfang an als strategisches Thema und nicht als HR-Randnotiz behandelt.

Schritt 2: Ist-Analyse durchführen

Eine BGM-Strategie einzuführen erfordert eine klare Vision, und dafür benötigst du eine Ist-Analyse: sie zeigt, wo der tatsächliche Handlungsbedarf liegt und verhindert, dass Maßnahmen am Problem vorbeigehen.

Die folgenden Datenquellen musst du also sammeln:

- Fehlzeitenstatistik und Krankenstandsdaten
- Anonyme Mitarbeiterbefragung
- Arbeitsplatzbegehungen
- Gesundheitsberichte der Krankenkassen

Je nach Industrie sucht die Steuerungsgruppe nach unterschiedlichen Informationen. Den häufigsten Belastungsfaktoren sind dem Future Fit Employer zufolge Arbeitsüberlastung und Zeitdruck (58 %), lange Sitzzeiten (57 %) und Bewegungsmangel (49 %).

Schritt 3: Ziele definieren (SMART)

Gute BGM-Ziele folgen der SMART-Regel: sie sind spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminierbar.

Statt "wir wollen weniger Krankheitstage" ❌
lieber: "Wir senken den Krankenstand in der Produktion von 8 % auf 6,5 % innerhalb von 24 Monaten." ✅

Wichtig: Ziele müssen mit der Unternehmensleitung abgestimmt und im Steuerungskreis freigegeben werden. Nur dann bekommt das BGM das nötige Budget und die Sichtbarkeit.

Schritt 4: Maßnahmen planen

Jetzt wird es konkret. Auf Basis der Ist-Analyse und der definierten Ziele werden Maßnahmen ausgewählt und geplant. Dabei gilt: Nicht die Masse macht's, sondern die Passung.
BGM-Maßnahmen lassen sich fünf Handlungsfeldern zuordnen:

- Bewegung: Firmenfitness, Betriebssport, Ergonomie-Schulungen
- Ernährung: gesundes Kantinenangebot, Ernährungsberatung
- Psychische Gesundheit: Stressbewältigungskurse, Coaching, Achtsamkeitstraining
- Suchtprävention: Beratungsangebote, Entwöhnungskurse
- Organisation & Führung: flexible Arbeitszeiten, Führungskräfteentwicklung

Praxisbeispiel: Bei Garmin sind Bewegung und Aktivität Teil der Unternehmenskultur. Seit der Einführung von EGYM Wellpass Anfang 2024 liegt die Aktivierungsrate stabil bei 30 %."

Du findest eine Zusammenfassung dieser 6 Schritte in der Tabelle unten:

Schritt

Was

Wichtigste Frage

1. Steuerungsgruppe gründen

BGM-Gremium aufsetzen

Wer trägt die Verantwortung?

2. Ist-Analyse durchführen

Ausgangslage verstehen

Wo liegt der echte Handlungsbedarf?

3. Ziele definieren

SMART-Ziele festlegen

Was wollen wir konkret erreichen?

4. Maßnahmen planen

BGF-Angebote auswählen

Was passt zu unserer Belegschaft?

5. Kommunizieren

Mitarbeitende erreichen und aktivieren

Wissen alle, was wir anbieten?

6. Evaluieren

Wirkung messen und anpassen

Hat es funktioniert?

BGM für KMU: Geht das auch mit kleinem Budget?

Ja. Eine erfolgreiche BGM-Strategie hat wenig mit der Unternehmensgröße zu tun, und nicht zuletzt haben sie oft einen entscheidenden Vorteil gegenüber Großkonzernen: kürzere Entscheidungswege und eine direktere Beziehung zwischen Führung und Belegschaft.

Praxisbeispiel: Der Landkreis Ostallgäu ist ein öffentlicher Arbeitgeber mit klassisch begrenztem Budget. Nach der Einführung von EGYM Wellpass für 600 Beschäftigte lag die Anmeldequote kurz nach dem Start bei über 20 %, mit durchschnittlich 6,8 Check-ins pro Mitglied und Monat. BGM muss nicht teuer sein, um zu wirken.

BGM für den Mittelstand: Eine knifflige Frage

 

Laut Thomas Olbrecht, Professor für Gesundheitsmanagement und Wirtschaftspsychologie an der FOM Bonn, "Mittelstand sieht Gesundheit als Bringschuld der Mitarbeiter." (Quelle hier). Das ist eine fatale Fehleinschätzung, besonders in Zeiten von Fachkräftemangel und steigendem Krankenstand.Dabei muss BGM im Mittelstand weder komplex noch teuer sein. 

SALT AND PEPPER, ein Engineering- und IT-Dienstleister mit rund 500 Mitarbeitenden, führte EGYM Wellpass in wenigen Wochen ein. Der Prozess war laut Personalreferentin Janka „transparent und kinderleicht". Heute ist Wellpass fester Bestandteil des Onboardings, und Bewerber fragen im Bewerbungsgespräch aktiv danach.

 

Fazit

Entscheidend ist bei BGM-Strategien nicht die Größe des Unternehmens oder das Budget, sondern die Konsequenz in der Umsetzung. Kurzum: eine klare Vision is king 👑.

Die sechs Schritte (Steuerungsgruppe, Ist-Analyse, Zieldefinition, Maßnahmenplanung, Kommunikation und Evaluation) bilden einen bewährten Rahmen, der sich an die jeweilige Unternehmenssituation anpassen lässt. Sporadische Maßnahmen helfen dabei wenig.

Du möchtest BGM in deinem Unternehmen einführen und weißt nicht, wo du anfangen sollst? EGYM Wellpass unterstützt Unternehmen jeder Größe dabei, Gesundheitsförderung strukturiert und wirksam einzuführen. 

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FAQ : BGM einführen

    Grundsätzlich jedes Unternehmen unabhängig von Größe oder Branche. In der Praxis übernimmt das meistens HR, die Geschäftsführung oder ein dedizierter BGM-Beauftragter. 

    BGM basiert auf drei Säulen: 

    • Arbeitsschutz (Pflicht)
    • Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) (Pflicht)
    • Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) (freiwillig, aber steuerlich gefördert)

    BGM koordiniert alle drei unter einem strategischen Dach.

    Das hängt stark vom Umfang ab. Die Steuerungsgruppe und die Ist-Analyse verursachen zunächst vor allem internen Zeitaufwand, kein direktes Budget. Je strukturierter, desto günstiger.

    Für die Einführung von der Steuerungsgruppe bis zur ersten Maßnahmenumsetzung sollte man realistisch 3 bis 6 Monate einplanen. Die ersten messbaren Effekte auf den Krankenstand sind laut Haufe erst nach 2 bis 3 Jahren sichtbar. 

    Ja, und oft sogar wirkungsvoller als in Großkonzernen. Kurze Entscheidungswege, direkte Kommunikation und eine persönliche Unternehmenskultur begünstigen die Umsetzung. 

    BGM ist das übergeordnete System, das Arbeitsschutz, BEM und BGF umfasst. BGF ist ein Teil davon: die freiwilligen Maßnahmen zur aktiven Gesundheitsförderung wie Firmenfitness, Ernährungsberatung oder Stressprävention. Kurz: BGF ist ein Baustein des BGM, nicht dasselbe.

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